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Ecluse Domergue

CANAL DU MIDI

Der 240 Kilometer lange Canal du Midi beginnt in Toulouse und führt über Carcassonne und Béziers durch den Etang de Thau bei Sète ins Mittelmeer. Der Kanal wurde 1681 fertiggestellt. Gemeinsam mit der Garonne bildete er einen Wasserweg vom Atlantik zum Mittelmeer.

Schon die Römer hatten zur Zeit von Kaiser Augustus über den Bau eines Kanals in Südfrankreich nachgedacht und auch im Mittelalter wurden Überlegungen dazu angestellt. Das Projekt konnte jedoch nicht ausgeführt werden, weil die Wasserversorgung eines künstlich angelegten Kanals in dieser Gegend nicht möglich schien, und auch weil die Kosten zu hoch waren.

Der Salzsteuereinnehmer Pierre-Paul Riquet fand das für einen Kanal notwendige Wasser im Gebiet der Montagne Noire und entwarf in langjähriger Arbeit den Kanal und alle notwendigen Bauwerke: die Talsperre für das Reservoir von Saint-Ferréol, die Wasserzufuhr von dort zum achteckigen Bassin von Naurouze am Scheitelpunkt des Kanals, sowie alle Schleusen.

Im Jahr 1662 legte er seine Pläne dem französischen Finanzminister Jean-Baptiste Colbert vor, der eine Kommission einberief, die den Bau unter der Voraussetzung befürwortete, dass der Wasserfluss aus den Montagne Noire nach Naurouze mit einem praktischen Versuch bewiesen wird. Mit einer auf eigene Kosten erstellten Proberinne legte Riquet den Beweis im Jahr 1665 vor. Nachdem die Kostenverteilung und die zukünftigen Eigentumsrechte geklärt waren, erliess König Louis XIV das Edikt über den Bau des Canal Royal en Languedoc am 7. Oktober 1666.

Mit Hacken, Schaufeln, Tragkörben und Ochsenkarren bauten 12'000 Arbeiter und Arbeiterinnen den Canal du Midi von 1667 bis 1681. Sie verdienten 10 Livres im Monat, bei Krankheit oder wenn man wegen schlechtem Wetter nicht weiterarbeiten konnte, wurde der Lohn weiterbezahlt. Die Baukosten beliefen sich auf 12 Millionen Livres, wovon Pierre-Paul Riquet 3 Millionen Livres aus seinem Vermögen bezahlte.

Nach der offiziellen Beendigung der Bauarbeiten im Jahr 1685 traten Probleme bei Hochwasser in den gekreuzten Gewässern auf und das achteckige Becken von Naurouze wurde wegen Verlandung schon 1681 unbrauchbar. Daher entwarf der Festungsbaumeister Sébastien de Vauban zahlreiche Ergänzungen und Verbesserungen, die von 1686 bis 1694 ausgeführt wurden.


Die hier gezeigten Fotos sind im Abschnitt zwischen Toulouse und Castelnaudary gemacht.

Mehr Einzelheiten zum Canal du Midi

Am See von Saint-Ferréol, in der Nähe von Revel, gibt es das Musée du Canal du Midi


Die Karte unten ist aus dem Buch:

L.T.C. ROLT:
FROM SEA TO SEA. THE CANAL DU MIDI.
London, Allen Lane, 1973.
(ISBN 0-7139-0471-2)


Ecluse Laurens


Pont de Deyme



See und Stauwehr von Saint-Ferréol

das seit 1750 verlandete achteckige Bassin von Naurouze


zum Vergrössern des Plans darauf clicken

Zwischen Toulouse und dem Scheitelpunkt des Kanals bei Naurouze gibt es gut ausgebaute Radwege.

Links zu Firmen, die führerscheinfreie Wohnboote vermieten:

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